ZEITGLEICH 2002

 

 

Als Gruppe ZEITGLEICH stellen in diesem Jahr 18 Schmuckmacher gemeinsam ihre Stücke auf der Frankfurter Messe Tendence im Areal Carat Creativ in Halle 4.2 aus. So unterschiedlich ihre Stile und Handschriften sind, so sehr entsprechen sie sich in ihrem Anspruch: Schmuck ist für keinen unter ihnen beliebige Dekoration, sondern steht aufgrund seiner individuellen Gestaltung und häufig auch seiner Symbolik im ständigen Dialog mit der Persönlichkeit des Trägers. 

Alle 18 GestalterInnen der Gruppe stehen in deutlichem Widerspruch zur Idee des vermeintlichen Mainstream-Produkts, das jeden ansprechen will und dabei allen Charakter opfert. Die Zeitgleich-Designer setzen auf eine andere Bewegung im Publikum unserer Gegenwart. Ein Publikum, das den Schmuck sucht, der seinen eigenen Werten und seiner Persönlichkeit Ausdruck verleiht.

Ein inspirierendes Thema ist für viele Gestalter die Natur in ihrer unmittelbaren Schönheit, ihrem beständigen Kreislauf von Werden und Vergehen und ihrer Fähigkeit, der Alltagshektik als Gegengewicht und Rückzugsgebiet entgegen zu stehen.

 

Die unscheinbaren, aber wunderbar vielgestaltigen Samen und Staubbeutel der Pflanzen sind die Inspirationsquelle für die Ketten von Heike Besslich. Sie nimmt die Ungleichmäßigkeit dieser kleinen botanischen Elemente auf, häuft sie zu uneinheitlichen Gruppen an und gibt ihren zurückhaltenden Charakter in zarten Grau-in-Grau-Farbspielen wieder.

 

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Zur vollen Blüte haben sich die Pflanzen in den Schmuckstücken von Claudia Frey und Ulrike Grigorieff entfaltet. Claudia Frey entwirft klatschige "Tapetenblumen", mit denen sie sich auf die wohlfeile Verwandlung der Naturblume ins bürgerliche Alltagsornament bezieht. "Tapetenblumen sind wie die Begriffe, in die jeder seine Welt kleidet", sagt sie und weiß gleichzeitig um die Eigendynamik, die diese Klatschblumen in ihrem ironischen Schmuck entfalten.

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Ulrike Grigorieff spielt nicht nur mit den Formen, sondern mit der leuchtenden Farbigkeit der Blumenwelt, indem sie ihre stark reliefierten Ringe mit strahlendem Feueremail akzentuiert.

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www.grigorieff.de

 

Einen anderen Weg, Farbe in florale Schmuckformen zu integrieren, ist Gitta Pielcke in den neuen Ringen ihrer Serie "nature" gegangen. In die üppigen goldenen und silbernen Blütenranken der Ringe setzt die Goldschmiedin einen tief leuchtenden Edelstein, der die betörende Optik der Pflanzenwelt ebenso in den Sinn ruft wie er die Magie der Steine feiert.

 

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Diese Magie ist Erich Zimmermann seit Jahren zur Obsession geworden. Er reist rund um den Globus, um Edelsteine in außergewöhnlichen Farben und Formen zu finden, die er dann zu den hinreißenden Protagonisten seiner Prinzessinnen-Ringe und -Anhänger macht: von einigen schlichten Krappen gefasst, stehen die großen Steine in bezwingendem Mittelpunkt.

 

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Bei Sandra Marie Michaluk ist nicht die Welt der Pflanzen und Steine das Naturthema des Schmucks, sondern die Tierwelt. Sie ist fasziniert von der Lebendigkeit und der vielfältigen Schönheit der Vierbeiner. Kleine Schafe und Kühe oder auch nur Fellstrukturen prägen die Formen ihrer Ringe und ihres Ansteckschmucks und künden vom wunderbaren Reichtum der animalischen Welt.

 

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Susanna Kuschek widmet sich den Gestaltungen des Organischen auf ganz unmittelbare Weise: Sie arbeitet in der alten Ossa-Sepia-Technik, bei der die Gussform aus dem Rückenschulp des Tintenfischs hergestellt wird. Die in diesen Formen gegossenen Stücke bestechen durch ihre natürlichen Oberflächen und durch ihre tentakelartige Grundstruktur. Hier ist das Tier quasi in den Entstehungsprozess des Schmuckstücks mit einbezogen.

 

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Vom Themenbereich der Natur zur Welt der Antike, mit der sich Doris Gassmann für ihre neue Kollektion auseinandersetzt, ist es zwar ein weiter Sprung, es gibt aber entscheidende Gemeinsamkeiten: Beide Sujets stehen heute für zeitübergreifende Entwicklungen, die verlässliche Orientierungsfelder in einer nicht immer verlässlichen Gegenwart bilden. Doris Gassmanns "Artemis"-Schmuck bildet griechische Mäander und Musterbänder in Gold und Silber nach. Ihre Stücke rufen einerseits die Ursprünge der abendländischen Kultur selbst, andererseits die sinnliche Kraft der griechischen Kunst ins Bewusstsein.

 

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Von archaischer Qualität sind auch die Stücke von Thomas Ehehalt, der grafische Ideen zu Schmuck werden lässt – vor allem zu Männerschmuck. Plastische Buchstaben, runenartige Formen oder kräftig ins Dreidimensionale gearbeitete Ornamente werden zu überzeugenden, massiven Silberstücken.

 

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Weniger abstrakt ist der Umgang mit Sprache, den Mireille Lalive d'Epinay in ihren "Liebesringen" pflegt. Auf der Innenschiene ihrer neuen Paarringe findet sich eine Zeile aus einem chilenischen Liebesgedicht, das sich erst durch Drehen der aus Plättchen zusammengesetzten Schiene lesen lässt. Die Idee, den Trägern ein privates Geheimnis in ihren Ringen mitzugeben, entspricht der Schweizerin, der es stark auf den persönlichen Charakter ihres Schmucks ankommt.

 

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Für individualistische Paare sind auch die Ringe "viva!" aus der Kollektion "wilde ehe ringe" von Marion Knorr. Wieder findet die Designerin einen Weg, Symbolik Form werden zu lassen. Mit gewollter Unregelmäßigkeit umschlingen sich die verschiedenen Metallbänder der Ringschiene, deren textilartige Oberfläche sich beim Tragen verändert – das feste Metall erscheint hier so wenig starr wie das Leben selbst.

 

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www.marion-knorr.de

Einen ebenso ungewöhnlichen Umgang mit den Konventionen des Schmucks findet Ute Eitzenhöfer in ihren "Chaton"-Ringen. Sie untertitelt die Kollektion mit den Worten "Von Brillanten, die nicht immer unnötig sind, anstatt derer man aber auch etwas anderes benutzen kann" – und setzt Perlen in klassische Steinfassungen. Verborgene Spielereien, die ihre Designer und Besitzer immer wieder erfreuen - und die selbst dann einen angemessenen Platz für sich beanspruchen, wenn sie nicht getragen werden.

 

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Um solche Plätze kümmert sich Petra Ohnmacht, die die einfallsreichsten "Schmuckbehausungen" schafft. Mit ihren neuen Filztäschchen, die den ironisch-tortigen Namen "Molli-Classic" und "Molli-Sport" tragen, ist ihr eine neue ungewöhnliche Verpackung für Pretiosen gelungen.

 

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www.schmuckbehausungen.de

Wohltuend wie eh und je ist das klare, reduzierte Design, das sich in der Schmuckwelt einen festen Platz erobert hat. Titus Carduck macht kühlen Männerschmuck, dessen schlichte, elegante Geometrie eine sehr maskuline Ausstrahlung hat.

 

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Optische Strukturen faszinieren Anja Schönmeyer. Ihre filigranen, zurückhaltenden Ketten wiederholen stets eine Ausgangsform in linear aufeinanderfolgenden Segmenten. So entstehen reizvolle neue Ordnungen von eigenwilliger Dynamik.

 

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Auch Kathrin Sättele befasst sich mit dem Prinzip der Reihung, gepaart mit der Ausstrahlung des Handwerklichen. Ihre leichten dreidimensionalen Ösenketten weisen durch die gewollte Ungleichmäßigkeit der einzelnen Glieder auf die gestaltende Hand der Goldschmiedin hin.

 

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Ute Strothotte, ebenfalls als Kettenspezialistin renommiert, entwirft in ihrer neuen Kollektion Schmuck für Finger, Arm und Ohr, bei dem sich Gold- und Silberflächen in einem komplexen Spiel in- und umeinanderschlingen.

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Eigenwilligkeit, Emotion und Nachdenklichkeit, gepaart mit großer handwerklicher Qualität – das sind die Tugenden, für die jeder einzelne Designer der Gruppe ZEITGLEICH steht.

 

[ Kontakt zur Gruppe ZEITGLEICH ]